Schluss für Bücherbus …

titelt der Soester Anzeiger v. 20.8.2005:

ENSE · Die Fahrbücherei des Kreises Soest hat den Ausleihbetrieb mit Beginn der Sommerferien 2005 eingestellt. Es werden aber noch einmal alle Haltestellen angefahren, um die bei den letzten Ausleihterminen vor den Sommerferien entliehenen Bücher wieder einzusammeln
[…]
Der Medienbestand der Fahrbücherei soll weiterhin der Bevölkerung und der Leseförderung an den Schulen dienen. Die Bücherbusmitarbeiter bitten deshalb alle Leser, die vorbereitenden Arbeiten durch eine zügige und umfassende Rückgabe der Bücher zu unterstützen.
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Kreis Soest: Unterstützung für Interessengemeinschaft Bücherbus

Bücherbus: Zugang zur Literatur nicht verwehren

ENSE/WICKEDE · Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Eike Hovermann unterstützt das Bürgerbegehren der „Interessengemeinschaft Bücherbus“ im Kreis Soest und hat deshalb alle Bewohner des Kreises aufgerufen, sich dem Begehren anzuschließen und mit ihrer Unterschrift den Kreistag zu zwingen, die Bildungsangebote „nicht einseitig zu Lasten von Geringverdienern“ abzubauen.

In Zeiten von Pisa sei es ein „Wahnwitz“, Bildungsangebote zu streichen statt weitere zu schaffen, sagte Hovermann. Wenn bereits der Zugang zur Literatur jungen Leuten in der Fläche verwehrt werde, dann müsse man sich nicht wundern, dass die Lesekompetenz von Schülern sich weiter verschlechtere […].
Soester Anzeiger, 16. August 2005

Wilhemshaven: Bücherbus dreht seine letzte Runde

Und wieder einer weniger: Wie das Internetportal Wilhemshaven berichtet, stehen nun auch die Räder des Wilhemshavener Bücherbusses demnächst still:

Mit dem Beginn der Sommerferien wird der Bücherbus der Stadtbücherei seinen Betrieb einstellen. Bis zum 14. Juli werden die Haltepunkte noch fahrplanmäßig angefahren, um den Nutzern der Fahrbücherei Gelegenheit zu geben, ausgeliehene Bücher zurückzugeben.

Die Neuausleihe von Büchern ist ab sofort nur noch im Hauptgebäude der Stadtbücherei in der Virchowstraße möglich.

Um den Schülerinnen und Schülern der Grundschulen, die bislang vom Bücherbus mit Lesestoff versorgt worden sind, weiterhin einen Grundstock an Literatur anzubieten, werden in insgesamt 13 Wilhelmshavener Grundschulen Schulbüchereien eingerichtet.

Außerdem bieten die Stadtwerke mittwochs in der Zeit von 14 bis 17.30 Uhr den Kindern und Jugendlichen, die im Besitz eines Leseausweises der Stadtbücherei sind, den kostenlosen Hin- und Rücktransport zur Kinder- und Jugendbücherei in der Virchowstraße an. Dieser Service beginnt nach den Sommerferien. (iw)
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Köln: Der Bücherbus rollt wieder

Zumindest einer von zuletzt vier Bücherbussen der Stadtbibliothek Köln, die die Stadt seit Jahresende 2003 nicht mehr bezahlt, geht am 4. Juli zum ersten Mal wieder auf Fahrt. Ziemlich genau ein Jahr nach seiner Gründung hat der Förderverein der Bibliothek durch eine großzügige Spende des Bankhauses Sal. Oppenheim 70 000 Euro beisammen.

Wichtig war auch die Ausschüttung von 40 000 Euro aus den Bußgeldern des verurteilten Müllmultis Hellmut Trienekens, sonst wäre der Verein wohl noch nicht so weit. „Und wir können und wollen auch nicht endlos alleine Geld auftreiben“, sagt Vereinsvorsitzender Anton Bausinger. „Letztes Ziel ist, den Bücherbus wieder in städtische Hände zurückzuführen.“ Der Verein strebt eine Partnerschaft mit der Stadt an. Die Gesamtkosten von 70 000 Euro jährlich für Betrieb und Personal – der Verein hat eine eigene Bibliothekarin neu eingestellt – würden auf Dauer den Rahmen eines jeden Fördervereins sprengen. Bis Juli 2006 ist der Unterhalt „für einen den modernsten Bücherbusse Deutschlands“ (Neißer) gesichert. Um ihn darüber hinaus fahren zu lassen, sei der Verein jedoch weiter dringend auf Großspenden angewiesen. 50 Mitglieder – Einzelpersonen und Firmen wie der Verlag M. DuMont Schauberg – hat der Verein bislang. Der Bus verfügt auch über Werbeflächen.

Der Bus fährt – für zunächst ein Jahr – ab kommender Woche 15 Stationen wöchentlich an. Einige alte Stationen wie Ehrenfeld mussten jedoch wegfallen. Horst Neißer, Direktor der Stadtbibliothek: „Ein Bus kann nun mal nicht die Routen von vier Bussen abdecken.“ Die neue Streckenplanung berücksichtige jedoch alle Haltestellen mit der größten Nachfrage.
[zum Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger]

Köln: Bücherbus wieder auf Tour

Einen Tag weniger als ein Jahr seit seiner Gründung brauchte der Förderverein Stadtbibliothek Köln, um sein erstes Ziel zu erreichen. Dank seines Einsatzes rollt wieder ein Bücherbus durch Köln und bietet ab 4. Juli an 15 Standorten 4500 Medieneinheiten (Bücher, Videos, DVDs, CD-ROMs, Spiele) zum Ausleihen an. Zu 70 Prozent handele es sich dabei um Kinder- und Jugendliteratur, erklärte Bibliothekarin Alexandra Oidtmann.
[zum vollständigen Artikel der Kölnischen Rundschau]

Kreis Soest: Wurden die Kosten für den Bücherbus nur künstlich hochgerechnet?

ENSE · Da waren sich alle Fraktionen in der Hauptausschusssitzung einig: Die Gemeinde Ense kann die Fahrbücherei des Kreises Soest nicht allein übernehmen und finanzieren: 90 000 Euro müssten im Jahr für diesen Service aufgebracht werden. Selbst wenn sich Welver beteiligen und die Kreisumlage gesenkt würde, blieben immer noch 37 000 Euro von Ense zu zahlen. Jeder der rund 300 Enser Leser wäre mit 125 Euro jährlich zu bezuschussen.

Die Kommunalpolitiker wollen dennoch die Abschaffung des Bücherbusses nicht so einfach hinnehmen. Sie suchten am Dienstag nach Lösungen. Kritik gab es vor allem am Kreis Soest: Die Fahrbücherei sei „ganz schnell kaputtgemacht worden“, äußerte Elke Hartmann (SPD). Die Kosten für den Bus seien „künstlich hochgerechnet worden, um ihn abschaffen zu können“, vermutete Horst Schlitt (BG). Und Franz Freitag (CDU) stellte die Frage in den Raum: „Ist der Bus wirklich marode oder nur marode geredet worden?“

Elke Hartmann und Horst Schlitt mahnten die Solidarität der anderen Kommunen im Kreis an: „Ense zahlt ja auch für die Bäder-Gemeinden und die Tourismuswerbung, obwohl wir davon nichts haben.“ Marianne Neumann und Bruno Löher (beide SPD) möchten zumindest die Bücher aus dem Bus eventuell kostenlos für die Pfarrbücherei in Niederense übernehmen.

Joseph Kettler (BG) glaubt, die Kosten von 37 000 Euro weiter senken zu können: „Die ließen sich auf 85 Euro pro Leser im Jahr reduzieren. Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass die Gemeinde jeden Musikschüler im Jahr mit 500 Euro bezuschusst.“ Und Franz Freitag (CDU) sinnierte: „Warum nicht die Kinder zu den Büchern, statt die Bücher zu den Kindern bringen?“ Elke Hartmann schließlich: „Die ganze Sache ist so frustierend!“.
[zum Artikel des Soester-Anzeigers]

Meine Kindheit im Bücherbus

Aus der Kolumne „gottschalk sagt“ von Christian Gottschalk in der taz vom 30.6.2005:

Als ich gelesen habe, dass in Köln der Bücherbus wieder fährt, habe ich mich gefreut. Ich hätte meine Kindheit ohne den Bücherbus (jenen der Stadtbibliothek Hannover allerdings), vermutlich ohne Justus Jonas von den drei ??? (sprich: „Die drei Detektive“), Detektiv Kim (aus Kopenhagen) und die fünf Freunde verbringen müssen. Keine schöne Vorstellung. Börnie Klapproth und ich gingen meistens zusammen zum Bücherbus, der genau in unserer Reihenhaussiedlung eine Haltestelle hatte. Wir waren beide sehr gewissenhaft und brachten nie ein Buch zu spät zurück. Wir lasen viel, schnell und oft die gleichen Bücher.
[…]
Gibt es für meine Generation eigentlich auch so einen tollen Namen wie „Golf“ oder „X“? Ich wäre ja für „Generation, die ohne Sturzhelm Fahrrad fahren gelernt hat, gelben Sprudel trank, die drei ??? nicht auf Hörspielcassette gehört, sondern gelesen hat und TKKG scheiße findet“, oder: „Generation Bücherbus“.
[zum vollständigen taz-Artikel]

Köln: Der Bücherbus rollt vorerst wieder

berichtet die TAZ Köln in der heutigen Ausgabe:
Der Kölner Bücherbus geht ab kommendem Montag wieder auf Ausleihfahrt. Für zunächst ein Jahr wird die mobile Bibliothek im wöchentlichen Rhythmus 15 verschiedene Ortsteile ansteuern. 2003 waren die damals fünf Büchereibusse den Sparmaßnahmen der schwarz-grünen Mehrheit im Rat zum Opfer gefallen.

„Wir sind stolz auf das Erreichte“, sagte Anton Bausinger vom Förderverein Stadtbibliothek e.V. Seit seiner Gründung 2004 hatte der Verein bei Kölner Bürgern und Unternehmen um Spenden geworben. Neben den freiwilligen Spenden stammt gut die Hälfte der benötigten 80.000 Euro aus dem Bußgeld des früheren Entsorgungsunternehmers Hellmut Trienekens, das an gemeinnützige Organisationen verteilt wurde.

Ein Dauerzustand sei die private Finanzierung indes nicht, erklärte Bausinger. Langfristig müsse die Verantwortung für die Bücherbusse wieder in städtische Hände zurück. Auch wenn sich die Stadt bislang angesichts leerer Kassen zurückgehalten habe, meint Bausinger eine „positive Grundbereitschaft“ ausgemacht zu haben.
[zum Artikel in der TAZ]