Bücherbus gerät ins Schlingern

Einigen Nordwest-Gemeinden wird rollende Bibo zu teuer/Parchim hat Aus beschlossen

Die Schweriner Volkszeitung Online berichtet: Alle drei Wochen macht die Fahrbibliothek des Nordwestkreises in 13 Umland-Gemeinden Station. Doch die Finanzierung des Angebots wackelt, weil andere Kommunen ihren Zuschuss nicht aufbringen können.

So weit wie im Kreis Parchim ist es im Nordwesten noch nicht: Dort fährt der Bücherbus vor den Ferien zum letzten Mal. Mit Beginn des neuen Schuljahres übernimmt die Bibliothekarin wöchentliche Kurierfahrten zu den Schulen. „Dort können alle Leseratten die bestellten Bücher in Empfang nehmen“, sagt Horst Derer vom Parchimer Kulturamt. Auch im Nordwestkreis steht die Fahrbibliothek immer wieder zur Disposition.

Das Angebot war für die Nutzer zunächst kostenlos. Mittlerweile werden Gebühren erhoben. Die Gemeinden, in denen der Bus hält, zahlen Zuschüsse. Hier stieg 2004 der Anteil der Zuschüsse pro Einwohner und Jahr von 1,02 auf 2,04 Euro. Im Schweriner Umland werden Seehof, Pingelshagen, Dalberg-Wendelstorf, Cramonshagen, Brüsewitz, Grambow, Lützow, Perlin, Gottesgabe, Renzow, Badow, Pokrent und Wittenförden angefahren. Sieben anderen Gemeinden von insgesamt 29 teilnehmenden Kommunen war die Erhöhung jedoch zu viel.

Trotz der Einbußen ist die Finanzierung der Fahrbibliothek für die nächsten Jahre gesichert, sagt Uwe Schnabel, Leiter des Kreismedienzentrums. Wenn allerdings noch mehr Gemeinden sich das Angebot nicht mehr leisten können, wird es schwierig. Zum Glück garantiere ein Kreistagsbeschluss die Weiterfahrt – „solange der Bus die TÜV-Plakette hat“.

Finanziellen Spielraum gibt es nicht: Jede Gebührenerhöhung würde zu sinkenden Nutzerzahlen führen, fürchtet Schnabel. Den Kreis kostet die Fahrbibliothek jährlich 100000 Euro. Beim Land können lediglich 5000 Euro Fördergeld beantragt werden.

Werbeaktion in Seehof brachte neue Leser

Die Dorfbewohner, vor allem Kinder, Familien und ältere Menschen, sind auf den Bücherbus angewiesen. In vielen kleinen Orten sei er die letzte kulturelle Institution, sagt Bus-Bibliothekarin Gabriele Gramenz. Die Werbeaktion jüngst in Seehof (SVZ berichtete) war nicht nur gut besucht, danach gab es auch zahlreiche Anmeldungen von neuen Lesern.
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