Schleswig-Holstein: Fahrbüchereien als Dritter Ort:

Mit einer digitalen Kick-off-Veranstaltung startete in dieser Woche die Entwicklung eines innovativen Zukunftskonzepts für die 13 Fahrbüchereien im Land. Das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt ist wegweisend für die Weiterentwicklung des Fahrbüchereiwesens in Schleswig-Holstein.

Zum Projektstart wurden die fünf Pilotgemeinden Christiansholm, Haale, Neuwittenbek, Sehestedt und Tetenhusen vorgestellt, in denen in den kommenden Monaten mit breiter Bürgerbeteiligung neue Ideen für die Fahrbücherei entwickelt werden. Aufgrund der Corona-Beschränkungen lud der Büchereiverein Schleswig-Holstein zu einer digitalen Auftaktveranstaltung mit Workshop-Charakter ein, um gemeinsam mit den Bürgermeistern der beteiligten Pilotgemeinden und den Vertretern von Amt, Kreis und Land die Weichen für das Vorhaben zu stellen.

Für die Umsetzung konnte der renommierte, auf Bibliotheken spezialisierte Strategieberater Andreas Mittrowann gewonnen werden. Gemeinsam mit dem niederländischen Designer und Autor Aat Vos stellte Mittrowann das Konzept „Dritter Ort“ vor, der als Platz des Zusammentreffens Menschen die Möglichkeit der Begegnung mit Kunst und Kultur bietet. Begleitet wurde die Veranstaltung vom Berliner Grafiker Robin Hotz, der die Ergebnisse als „Graphic Recording“ visuell protokollierte.

Die Pilotgemeinden befassten sich mit der Frage, wie die Fahrbücherei in den Gemeinden zu einem Dritten Ort werden kann, und formulierten Erwartungen an das Projekt: Als lebendiger Lern- und Begegnungsort für die Bevölkerung soll die Fahrbücherei künftig sichtbarer in den Gemeinden werden. Längere und häufigere Haltezeiten an einem zentralen Standort, ein attraktives Schulungs- und Veranstaltungsangebot und Partnerschaften mit lokalen Einrichtungen sollen den Grundstein für einen neuen, lebendigen Marktplatz in den Gemeinden legen.

Gemeinsam mit den Menschen vor Ort und in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Politik sowie Partnern wie Volkshochschulen und MarktTreffs als wichtige Nahversorger in den Gemeinden finden ab Anfang 2021 Zukunftswerkstätten in den Pilotgemeinden statt. Ziel ist es, Konzepte zu entwickeln, um Fahrbüchereien als offene und kommunikative Treffpunkte, verlässliche Informationszentren und digitale Kompetenzpartner in den Gemeinden zu stärken.

Das Pilotvorhaben setzt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Fahrbüchereiwesens in Schleswig-Holstein. Die im Kreis Rendsburg-Eckernförde entstehenden Ideen sollen künftig auf andere Fahrbüchereigemeinden im ganzen Land übertragen werden. Insgesamt 13 Fahrbüchereien versorgen derzeit 575.434 Menschen an 1.964 Haltstellen in 566 Gemeinden. Sie haben in den Fahrzeugen und in den Magazinen einen Medienbestand von 320.434 Medien und erzielten damit im vergangenen Jahr 917.133 Entleihungen.

Das vom Büchereiverein Schleswig-Holstein initiierte Vorhaben wird von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen ihres Programms „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ über einen Zeitraum von rund zwei Jahren mit 200.000 Euro gefördert. Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich mit zusätzlichen 20.000 Euro.

[zur Pressemitteilung]

Abbildung: Büchereizentrale Schleswig-Holstein

Ein Berliner in Lettland

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Der Anfang 2020 in Berlin durch ein neues Fahrzeug ersetzte Bücherbus aus Berlin Tempelhof-Schöneberg ist jetzt in Ogre/Lettland im Einsatz. Ein Kurzbericht dazu findet sich hier im Forum Fahrbibliothek

Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein „coronafit“

12 Fahrbibliotheken der Büchereizentrale Schleswig-Holstein

Ende April haben die Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein nach und nach ihren Ausleihbetrieb wiederaufgenommen. Kontaktlose Lieferkonzepte, Medienvorbestellungen und angepasste Fahrpläne gewährleisten derzeit die Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Um in naher Zukunft die Fahrbüchereien weiter öffnen zu können und auch die Entleihung und Rückgabe von Medien in den Fahrzeugen zu ermöglichen, wurden alle 13 Fahrzeuge coronafit gemacht und mit transparenten Rollos im Bereich der Verbuchungstheke ausgestattet. Ziel soll es sein, als Ergänzung zu den kontaktlosen Lieferkonzepten ab Ende Mai 2020 Leserinnen und Lesern unter Einhaltung bestimmter Vorgaben einzeln das Betreten der Fahrbüchereien zur Rückgabe, Auswahl und Entleihung von Medien zu ermöglichen.

10 Fahrbibliotheken der Büchereizentrale Schleswig-Holstein
Photos: Büchereizentrale Schleswig-Holstein

Corona/COVID-19 – Überlegungen zur Zeit „danach“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Moment haben wir in den Fahrbibliotheken allerhand mit der jetzigen Situation zu kämpfen. Leser*innen müssen informiert werden, Busse und LKW werden gewartet, geputzt und gewienert, Bestände gesichtet und Magazine aufgeräumt.

Irgendwann werden wir aber alle zu dem Punkt kommen, an dem wir den Blick wieder nach vorne richten müssen:

Wie kann der Ausleihbetrieb in den Fahrbibliotheken wieder aufgenommen werden, ohne dabei die jetzt – und vermutlich auch auf absehbare Zeit weiterhin – geltenden Abstandsregeln zu verletzen? Wie minimiert man das COVID-19-Ansteckungsrisiko für Kund*innen UND Kolleg*innen? Wie geht man mit zurückgegebenen Medien um? Wie realisiert man eine sichere und angstfreie Ausleihe in den Fahrzeugen (oder davor)? Gibt es Ideen, welche neuen Angebote Fahrbibliotheken machen können, bis ein „Normalbetrieb“ wieder möglich ist?

Viele Fragen, auf die in den einzelnen Teams vielleicht bereits Antworten gefunden oder für die zumindest bereits Ideen entwickelt wurden. Niemand muss das Rad alleine für sich neu erfinden, daher würden wir gerne an dieser Stelle dazu aufrufen, Ihre Überlegungen im Forum Fahrbibliothek zu hinterlegen. Gemeinsam kann an Ideen und Konzepten für „die Zeit danach“ gewerkelt werden – auch unter Berücksichtigung der z.T. sehr unterschiedlichen Bauweisen und Konzepte der über 100 Fahrbibliotheken hierzulande.

Über eine rege Beteiligung würden wir uns sehr freuen.

Matthias Weyh
für die Fachkommission Fahrbibliotheken beim dbv

#bibtag20: Absage des Deutschen Bibliothekartags in Hannover

Der Bibliothekartag 2020 wurde offiziell abgesagt:

[…] mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass der Deutsche Bibliothekartag 2020 in Hannover aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht stattfinden kann.
Das Land Niedersachsen hat ein Veranstaltungsverbot verhängt, unter das auch Kongresse fallen. Selbst wenn die Beschränkungen nach Ostern gelockert werden sollten, ist weiterhin mit Restriktionen für große Veranstaltungen zu rechnen.

[…] Eine Verschiebung des Kongresses ist leider nicht möglich, auch diese Option haben wir intensiv diskutiert.

[…] Allen Referent*innen werden von den Verbänden Möglichkeiten angeboten, ihre Präsentationen zu archivieren (auf BIB-OPUS) und die ausgearbeiteten Vorträge zu publizieren (in den Zeitschriften o-bib und BuB). Bitte versehen Sie alle Hinweise auf Ihre Veröffentlichungen in den Social Media mit dem Hashtag #bibtag20.

[zur vollständigen Meldung]

#bibtag20: Fahrbibliotheken auf dem Bibliothekartag in Hannover

Auch in diesem Jahr sind Fahrbibliotheken auf dem Bibliothekartag vertreten. Fast schon traditionell ist dafür der Mittwoch vorgesehen.

Folgende Vorträge und Veranstaltungen mit direktem Bezug zu Fahrbibliotheken sind im Programm:


Themenkreis 2: Bibliothek als physischer Ort, Konferenzraum 07/09; 27.05.2020, 09:00 – 10:30

Die Zukunft der Bücherbusse in Deutschland / Siegfried Kalus, Münchner Stadtbibliothek

Bibliotheken befinden sich permanent in einem Prozess des Optimierens, um den sich wandelnden Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden gerecht zu werden. Genau wie Bibliotheken müssen auch Bücherbusse ihre Konzepte, Leitbilder und Vorgehensweisen stetig überarbeiten.
Ziel des Workshops „Die Zukunft der Bücherbusse in Deutschland“ ist es, innovative Ideen für Fahrbibliotheken zu entwickeln, neue Impulse zu schaffen und ein Umdenken anzustoßen.
An fünf offenen Tischen zu den Themen Social Media, Medienpädagogik & digitale Leseförderung, Vernetzung, Personal sowie Bestand haben Bücherbus-Kolleginnen und Kollegen sowie alle anderen Interessierten die Möglichkeit zu diskutieren, sich auszutauschen, neue Erfahrungen zu sammeln und Ziele festzulegen.
Es werden Fragen und Thesen wie diese diskutiert:
– Medienpädagogen statt Bibliothekare in Bücherbussen?
– Bücherbusse brauchen keine Website, sondern einen Instagram-, Facebook- und Twitter-Account!
Darüber hinaus soll der Workshop den offenen Dialog zwischen Bücherbus-Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland fördern und zur Vertiefung der Themen beitragen, die auf dem Internationalen Fahrbibliothekskongress 2019 angesprochen wurden.

Foyers; 27.05.2020, ca. 10:00 – 17:00

„Wir kommen Ihnen entgegen“ – Bücherbusse stellen sich vor

5 moderne Bibliotheksfahrzeuge präsentieren sich in Eingangsnähe des Kongressgebäudes: Motivation für Fachkollegen ggfls. erstmals einen Bücherbus zu besichtigen und Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch für Mitarbeiter*innen aus mobilen Bibliotheken.

[zur Homepage des Bibliothekartages]

„Lesen nach Fahrplan“

Die Süddeutsche Zeitung hat am 29. November einen sehr ausführlichen und informativen Artikel zum Thema Fahrbibliotheken veröffentlicht. Eingegangen wird u.a. auf die Veränderungen des Bibliotheksalltags und der Aufgabenstellung der Fahrbibliotheken, das Problem der kostspieligen Neubeschaffung von Fahrzeugen und auf die unterschiedlichen Antriebsarten der näheren Zukunft.

Einzige Wermutstropfen: Ein völlig veraltetes Artikelfoto – und einmal mehr wurde die Anzahl der Fahrbibliotheken mit der der eingesetzten Fahrzeuge durcheinander geworfen.

[zum Artikel]