Trier: Bürgermeister für Abschaffung des Bücherbusses

OB Klaus Jensen (SPD) ist weiterhin für eine Abschaffung des Bücherbusses. Er sei sich in dieser Frage völlig einig mit Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink (CDU). Die schwache Nachfrage und die hohen Kosten rechtfertigten keine weitere Fortführung des Angebots mehr, erklärte Jensen am Dienstag […] und verteidigte damit einstimmigen Beschluss des Stadtrats.

Unterdessen legte die CDU-Fraktion im Bücherbus-Streit ein Alternativkonzept vor. Die bestehenden Angebote an den Grundschulen müssten ausgebaut werden, indem sie rotierend regelmäßig von der Zentrale mit Büchern ausgestattet werden, fordert Fraktionschef Bertrand Adams. An den Grundschulen, in denen noch keine Büchereien bestehen, müssten solche so bald wie möglich errichtet werden. “Die Mittel hierzu sollten aus dem eingesparten Geld für den Bücherbus genommen werden. Dieser wird nicht mehr weiter betrieben werden können, da dieses Konzept überholt ist. Seine Nutzung ist dramatisch zurückgegangen und ein Weiterbetrieb nicht mehr wirtschaftlich”, behauptet Adams. Es gelte jetzt, auf das veränderte Nutzerverhalten zu reagieren, verlangte der Christdemokrat.
Der Stadtvorstand hatte im September beschlossen, den Bücherbus abzuschaffen […], doch gegen diese Entscheidung regt sich nach wie vor heftiger Widerstand: SPD, Grüne und auch FDP sind gegen eine alternative Streichung des Angebots.

SPD-Ratsmitglied Peter Spang warf dem zuständigen Kulturdezernenten Ulrich Holkenbrink unterdessen vor, keinerlei Anstrengungen für einen Erhalt des Bücherbusses unternommen zu haben. “Anders als zum Beispiel der Landkreis Dillingen, der einen Bus mit gerade mal 66.000 km Laufleistung für nur 25.000 Euro erwerben konnte, wurde in Trier die Beschaffung eines Gebrauchtfahrzeuges nie ernsthaft geprüft”, kritisierte der Sozialdemokrat. Auch eine Co-Finanzierung durch Sponsorenflächen auf dem Bus hätte der Dezernent prüfen müssen, meint Spang. Stattdessen aber verweise er “nur auf die Neuanschaffungskosten von etwa 400.000 Euro sowie auf rund 90.000 Euro Betriebskosten jährlich”.

Diese Gelder sind im defizitären Haushalt der Stadt nicht mehr untergebracht. Ob der Bücherbus tatsächlich abgeschafft wird, darüber beraten nicht nur der zuständige Dezernatsausschuss sowie der Stadtrat, sondern auch sämtliche 19 Ortsbeiräte. Weil der Bücherbus in jedem Stadtteil Halt machte, sind auch irgendwie alle betroffen…

aus
„16vor – Nachrichten aus Trier“ vom 13. November 2007

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