Quickborn: Vertrag mit Fahrbücherei gekündigt

Die letzte Fahrbücherei im Kreisgebiet wird zum Jahresende abgewickelt. Das beschloß die Quickborner Ratsversammlung. Die Mehrheit von CDU und FDP entschied gegen die Stimmen der SPD, den Vertrag mit dem Büchereiverein Schleswig-Holstein zum 31. Dezember 2005 zu kündigen.

Der in Norderstedt stationierte Bücherbus hatte einst auch Pinneberg versorgt. Nach der Kündigung des dort geltenden Vertrages blieb als letzte Bastion Quickborn. Dort machte das Fahrzeug seit 1979 an sechs Haltestellen im Stadtteil Heide sowie an einem Haltepunkt in Renzel Station. Knapp 500 Nutzer nahmen das Angebot wahr, im vergangenen Jahr wurden während der wöchentlichen Fahrten insgesamt 6500 Ausleihungen registriert.

Bisher zahlte die Stadt 13 200 Euro pro Jahr, der Kreis beteiligte sich mit 8200 Euro. Nachdem die CDU-Mehrheit im Kreistag den kompletten Ausstieg aus der Büchereiförderung durchgesetzt hatte, hätte die Stadt zusätzlich den Kreisanteil übernehmen müssen.

„Der Kreis erhöht die Umlage um saftige 5,75 Prozent und kündigt gleichzeitig soziale Einrichtungen. Das ist nicht hinnehmbar“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens-Olaf Nuckel. Er verwies auf die jahrzehntelang erfolgreiche Arbeit der Fahrbücherei, die insbesondere für Leute dagewesen sei, die nicht mobil sind. „Wie sollen die denn per Bus nach Quickborn-Ort kommen?“

Laut dem zuständigen Amtsleiter Ralf Gercken soll es zumindest für Kinder- und Jugendliche eine Kompensation geben. Überlegt wird, über den Büchereiverein Schleswig-Holstein die „mobile Schülerbücherei“ sowie eine „Medienbox für den Unterricht“ in Anspruch zu nehmen. Kooperationspartner könnten die Waldschule sowie die Kindertagesstätten werden. Für beide Angebote entständen der Stadt Kosten in Höhe von 2000 Euro.
[erschienen im Hamburger Abendblatt am 23. Juni 2005]

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