Kreis Soest: Ausgelesen

Kreis Soest. (M.H.) Ausgelesen: Ende der Bibliothek auf Rädern. Die Fahrbücherei des Kreises Soest stellt zum 1. August ihren Betrieb ein.

SPD-Kreistagsabgeordnete Dr. Ulrike Gilhaus hatte nachgerechnet: „Fünf Millionen Bücher und Medien haben Leserinnen und Leser seit 1974 im Bücherbus ausgeliehen.“ Jetzt ist letzter Rückgabetermin. 33 der 60 Kreistagsmitglieder stimmten nämlich gestern Nachmittag für die Einstellung der Bücherei auf Rädern. Nach 30 Jahren legt der Kreis seinen Bus zum 1. August still. „Man muss Opfer bringen auf auf lieb Gewonnenes verzichten“, hatte Hans Günter Süggeler das von der CDU gewollte das Aus für den Bus begründet. Die prekäre Finanzlage des Kreises zwinge zum harten Schnitt. Zudem sei das Angebot heute nicht mehr zeitgemäß.

Die CDU favorisiert den Aufbau eines kreiseigenen Medienhauses, das sich um Leseförderung kümmern soll.

Ulrike Gilhaus sprach von einem „tief sitzenden Schock“ über die Schließungspläne. Schock auch darüber, dass die anderen Fraktionen ihre Einstellung geändert hätten. Gemeint war besonders die BG. Fraktionschef Theodor Kremer hatte sich lange für den Erhalt des Busses eingesetzt. Nun forderte die BG, ihn zumindest so lange rollen zu lassen, wie in den Gemeinden Ense, Erwitte und Welver eine bibliotekarische Grundversorgung noch nicht gesichert sei. Damit konnte sich die Fraktion im Kreistag jedoch nicht durchsetzen.

Wie viel durch die Einstellung des Busses gespart wird, ist unter den Fraktionen umstritten. Während die CDU angesichts des Zuschusses von 220 000 Euro pro Jahr hier ein großes Potenzial sieht, rechnete die SPD vor, dass ab 2006 gerade mal 46 000 Euro weniger ausgegeben werden könnten. Ulrike Gilhaus: „Eine Lachnummer.“ Die Abschaffung des Busses ei ein „klares Bekenntnis zum Sozialabbau“. Silvia Hupfeld (CDU) zog den Beitrag der Bibliothek für die Leseförderung dagegen in Zweifel. Diese Aufgabe könne das neue Medienhaus besser übernehmen. Leseförderung werde nicht behindert, wenn Kinder und Jugendliche in kommunalen oder kirchlichen Büchereien „50 Cent oder einen Euro“ zahlen müssten.[…]
[zum vollständigen Artikel in der Westfalenpost]

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