Meine Kindheit im Bücherbus

Aus der Kolumne „gottschalk sagt“ von Christian Gottschalk in der taz vom 30.6.2005:

Als ich gelesen habe, dass in Köln der Bücherbus wieder fährt, habe ich mich gefreut. Ich hätte meine Kindheit ohne den Bücherbus (jenen der Stadtbibliothek Hannover allerdings), vermutlich ohne Justus Jonas von den drei ??? (sprich: „Die drei Detektive“), Detektiv Kim (aus Kopenhagen) und die fünf Freunde verbringen müssen. Keine schöne Vorstellung. Börnie Klapproth und ich gingen meistens zusammen zum Bücherbus, der genau in unserer Reihenhaussiedlung eine Haltestelle hatte. Wir waren beide sehr gewissenhaft und brachten nie ein Buch zu spät zurück. Wir lasen viel, schnell und oft die gleichen Bücher.
[…]
Gibt es für meine Generation eigentlich auch so einen tollen Namen wie „Golf“ oder „X“? Ich wäre ja für „Generation, die ohne Sturzhelm Fahrrad fahren gelernt hat, gelben Sprudel trank, die drei ??? nicht auf Hörspielcassette gehört, sondern gelesen hat und TKKG scheiße findet“, oder: „Generation Bücherbus“.
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Ein Gedanke zu „Meine Kindheit im Bücherbus“

  1. Ich gehöre auch zu der propagierten „Generation Bücherbus“, zumindest vom Alter her, denn einen Bücherbus habe ich nicht kennen gelernt, sondern nutzte die gute alte Gemeindebücherei (verstaubt – Räumlichkeiten wie Personal, aber mit ???-Büchern ausgestattet!).
    Als heutiger professioneller Bücherbus -„Betreiber“ würde ich gerne auf den Begriff „Generation Bücherbus“ verzichten wollen; klingt so vergangen und wie ein Abgesang – die derzeitigen Hiobsbotschaften aus dem Fahrbibliothekswesen scheinen einstimmen zu wollen.

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