Soest: Bücherbus statt Bürokratie?

SPD und BG für Gespräche mit der Interessengemeinschaft

KREIS SOEST · „Es ist eine phantastische Leistung, dass so viele Unterschriften für den Bücherbus zusammengekommen sind.“ Theodor Kremer, Vorsitzender der BG-Fraktion, denkt nun mit Unbehagen daran, dass womöglich ein Bürgerentscheid droht, der eine sechsstellige Summe verschlingt: „Bei dem Gedanken an die Kosten für die Bürokratie wird mir ganz mulmig“, so Kremer. Er schlägt deshalb vor, dass noch vor der Kreistagssitzung im Dezember ernsthafte Verhandlungen zwischen Politik und Verwaltung sowie der Interessengemeinschaft Bücherbus stattfinden.

Kremer kann sich vorstellen, dass der Bücherbus im ländlichen Raum 150 Haltestellen anfährt statt der von der Initiative geforderten 256. Auf den Dörfern hatten sich die Bewohner für den Bücherbus eingesetzt und unterschrieben. In Städten wie Lippstadt oder Soest gibt es leistungsfähige Stadtbüchereien, da braucht man keinen Bücherbus.

Hohes Lob hat die SPD-Fraktion des Soester Kreistages der Bürgerinitiative „Bücherbus“ ausgesprochen. Durch eine „konzertierte Aktion“ sei es gelungen, die erforderlichen Unterschriften für das Bürgerbegehren zusammenzutragen, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Vize-Landrätin Dr. Ulrike Gilhaus. Sie sah darin gleichzeitig eine Bestätigung der SPD-Position, die im Kreistag und den Ausschüssen stets für den Erhalt des Bücherbusses eingetreten sei. Die Vize-Landrätin trat dafür ein, die Bürger „mit ins Boot“ zu nehmen und der IG Bücherbus Gelegenheit zu geben, sich bei dem Projekt mit einzubringen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende kritisierte bei einer Veranstaltung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Günne die „starre Haltung“ der Kreistags-Mehrheit und der Kreisverwaltung in der Frage der Weiterführung des Bücherbusses scharf. Jäger forderte die Mehrheitsfraktion auf, ihre Entscheidung zu revidieren und für die Bücherei „grünes Licht“ zu geben.
[zum Artikel des Soester Anzeigers]

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