Wer rettet Stormarns Bibliotheken?

Der Kreis Stormarn soll nach dem Willen der CDU-Fraktion die Zuschüsse an seine 11 Bibliotheken in Höhe von 470.000 Euro streichen, was vor allem den Fortbestand der Kreisfahrücherei gefährdet. Über den massiven Protest der Bibliothekare berichten heute die Kieler Nachrichten und das Hamburger Abendblatt:

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Unterschriftenlisten und Gespräche mit Politikern sind als nächstes geplant. Die Leiter der Gemeindebibliotheken und der Kreisfahrbücherei möchten erreichen, dass ein neues Konzept steht, bevor der Kreis die Büchereiverträge kündigt. Die von der CDU-Mehrheitsfraktion beabsichtige Kündigung zum Jahresende müsste bis zum 30. Juni erfolgen. Die Gefahr, die die Büchereileiter darin sehen: Wenn der Kreis die Zuschüsse kürzt, könnte auch das Land Zuschüsse streichen.

Am stärksten ist die Existenz der Fahrbücherei bedroht. Fährt der Kreis seinen Zuschussanteil von seit 30 Jahren 65 Prozent auf Null herunter, sind auch die 35 Prozent Komplementärmittel des Büchereivereins Schleswig-Holstein nicht mehr vorhanden. Dabei sind auf dem flachen Land schon jetzt mit 15 Euro jährlich die höchsten Lesegebühren fällig. Andere Gemeinden kassieren von erwachsenen Lesern zwischen zehn und 14 Euro im Jahr.
[…][zum Artikel der Kieler Nachrichten]

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„Wir haben die ersten 300 Unterschriften beisammen“, sagt Frank Stiller, Leiter der Fahrbücherei. Der Bücherbus werde das erste Opfer der Sparpläne, vermutet Stiller. „65 Prozent unserer Kosten zahlt der Kreis, den Rest das Land.“ Wenn der Kreis den Vertrag kündige, falle die gesamte Förderung in sich zusammen. „Dann stellt sich nicht die Frage, ob die Kommunen uns finanzieren können, dann können wir einpacken“, meint Stiller.
„Wenn wir Gebühren drastisch erhöhen, bleiben Leser weg.“

Im Vertrauen auf die Vertragstreue des Kreises habe man gerade in einen neuen Bücherbus investiert. Stiller: „Ich bedauere, daß die CDU kein Gespräch mit uns gesucht hat.“ Vor allem ältere Dorfbewohner und Jugendliche schätzen den Bus. Schulen und Kindergärten werden mit Bücherkisten versorgt. „Es ist ein starkes Stück, wenn CDU-Fraktionschef Joachim Wagner von Stormarn als kinderfreundlichstem Kreis in Schleswig-Holstein spricht und gleichzeitig so mit den Büchereien verfahren will“, meint Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary.
[…][zum Artikel des Hamburger Abendblatt]

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