Mecklenburg-Vorpommern: Notstand bei Bücherbussen – Kommunen sparen an Bibliotheken

…titelt der Online-Nachrichten-Dienst MVRegio in seinem dramatischen Zustandsbericht über das Bibliothekswesen und speziell die Fahrbibliotheken.

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Allerorten in Mecklenburg-Vorpommern sind insbesondere die rollenden Büchereien in die Jahre gekommen. Technik wie auch Literatur haben laut Bibliotheksverband nur wenige Neuerungen erfahren. Ein großer Teil der Kundschaft ist den Kinderschuhen entwachsen und rar geworden.

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Allein in den vergangenen fünf Jahren machten in Mecklenburg-Vorpommern 20 Einrichtungen dicht, davon sechs mobile Bibliotheken. Schuld an der Misere sei nicht eine schwindende Leserschaft, sondern die Finanznot der Kommunen, betont Wolff.

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Nach Angaben der Fachstelle in Rostock fahren in Mecklenburg-Vorpommern nur noch sechs Bücherbusse – in Neubrandenburg sowie den Kreisen Bad Doberan, Müritz, Nordwestmecklenburg, Nordvorpommern, Uecker-Randow – über Land. 1996 waren es noch 16. Die Zahl der Nutzer sank auf insgesamt 4800, die sich an landesweit noch 365 Bus-Stopps alle zwei bis vier Wochen mit Les- und Hörbarem versorgen können.

Während beispielsweise in Nordwestmecklenburg 2006 immerhin jeder zehnte Einwohner Bücherbusleser war, nutzten in Nordvorpommern und Uecker-Randow nur noch ein bis zwei von hundert Bürgern die Fahrbücherei. Gudrun Czarnowski aus Pasewalk wundert das nicht. „Auf manchen Dörfern wohnen doch nur noch ein paar alte Leute.“ Dort halte der Bus allenfalls zehn Minuten. Kinder, die drei Viertel der 520 Busleser an 80 Haltestellen Uecker-Randows ausmachten, gebe es auch dort immer weniger, sagt die Bibliothekschefin. Schulschließungen seien an der Tagesordnung. Die weiten Wege zum Unterricht täten ihr übriges, dass den Kindern kaum mehr Zeit und Raum bliebe für den „Luxus Literatur“.

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