Teltow-Fläming: 15 Jahre Fahrbibliothek

Die Märkische Allgemeine berichtet am 8. September 2007 über den 15. „Geburtstag“ der Fahrbibliothek Teltow-Fläming:

ZÜLICHENDORF Der Bücherbus stand gestern auf dem Schulhof in Zülichendorf. Und vor dem Bus standen viele Gratulanten. Denn seit 15 Jahren ist die Fahrbibliothek des Landkreises unterwegs. Eigentlich der Kreise. Denn 1992 fing der Altkreis Zossen im April an, die Leseratten in den Dörfern auf diese Art zu beliefern. Im September startete ein Bus durch die Dörfer der Altkreise Jüterbog und Luckenwalde. Daran erinnerte der zuständige Dezernent der Kreisverwaltung Dieter Albrecht.

Der neue Bücherbus – eine Spezialanfertigung – ist inzwischen auch schon zehn Jahre alt und seit 1999 der einzige Bus, der Medien im Auftrag des Kreises in die Dörfer bringt. […]

Bibliothekarin der ersten Stunde im Bücherbus ist Stefanie Schlichting. Unterstützt wird sie von Sabine Klapper und Busfahrer Norbert Rössler. Ist der verhindert, steuert die Leiterin der Fahrbibliothek, Petra Hermann, den Bus. Sie freut sich besonders, dass sich der Landkreis für den Erhalt der Fahrbibliothek entschieden hat. Von den einst zwölf Fahrbibliotheken im Land gebe es nur noch fünf, sagte sie.

[…] Karsten Dornquast, Leiter des Amtes für Zentral-, Schulverwaltung und Kultur, erhielt auch noch ein Geschenk. Norbert Rössler hat alles aufgeschrieben, was ihm in 15 Jahren so aufgefallen ist. So ist jetzt bekannt, dass die löchrigste Strecke die von Weißen nach Mehlsdorf war – und das bei 144 Haltepunkten auf 17 Touren. Die höchste Temperatur hätte er gern überliefert. Doch das Thermometer reichte nur bis 50 Grad plus. […]

Auch von dieser Stelle aus:
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!


In derselben Ausgabe Märkischen Allgemeinen
kommentiert die Autorin o.g. Artikels:
Früher hatten selbst Dörfer ihre Gemeindebibliothek. Heute ist der Bücherbus unterwegs, um Literatur und andere Medien aufs Land zu bringen. Gestern wurde gefeiert, dass die Fahrbibliothek des Landkreises seit 15 Jahren unterwegs ist. Angesichts knapper Kassen und hoher Schulden ein Luxus.

Früher galt die Lesefähigkeit als Privileg der gehobenen Gesellschaft. Diese Zeiten sind längst vorbei. Lesen ist eine Basis, die zum Informationsaustausch gebraucht wird. In Industriegesellschaften ist das Lesen Voraussetzung, sich zurechtzufinden. Zum Glück sind aber nicht nur Preise, Verträge und sonstige anstrengende Papiere zu lesen. Gute Bücher nehmen den Leser mit in eine andere Welt.

Doch Bücher sind meist nicht billig. Bibliotheken sind da eine große Hilfe. Sie mühen sich darum, dass Kinder beizeiten an Büchern Gefallen finden, und arbeiten deshalb mit Schulen und anderen Einrichtungen zusammen. Die Fahrbibliothek bildet da keine Ausnahme. Sie ist ein Stück Lebensqualität für die Dorfbewohner. Insbesondere für den Nachwuchs ist es wichtig, dass das Lesen gefördert wird. Das zahlt sich oft ein Leben lang aus. Ein öffentliches Angebot sollte da kein Luxus sein.

Am 20. Sptember 2007 berichtet auch die Lausitzer Rundschau über das 15jährige Bestehen der Fahrbibliothek Teltow-Fläming.

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