„The Night Bookmobile“

The Night Bookmobile
Audrey Niffenegger hat eine „graphic novel“ veröffentlicht – Schauplatz ist eine Fahrbibliothek!
Eine Rezension findet sich in der Onlineausgabe der Los Angeles Times.

Amazon weiß Näheres:

Kurzbeschreibung
Eines Nachts trifft eine junge Frau auf einen seltsamen Bücherbus, in dem sie eine erstaunliche Sammlung findet: Sie scheint jedes Buch bereitzuhalten, das sie in ihrem Leben gelesen hat! Doch der Bus verschwindet, und weil er für die Frau ihr ganzes Leben, ihre Geschichte, ihr Selbst darstellt, macht sie sich auf die Suche, ihn wiederzuentdecken. Sie sehnt sich danach, mit all ihren Erinnerungen, die dort versammelt sind, vereint zu sein.
Über den Autor
Audrey Niffenegger lebt als Schriftstellerin und bildende Künstlerin in Chicago. Ihr erster Roman ‚Die Frau des Zeitreisenden‘ steht seit Erscheinen 2004 auf den Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Niffenegger liebt ‚Alice im Wunderland‘ und Rilke, sammelt Schmetterlinge, Bücher und Comics.

Hamburg: Bücherregale in Linienbussen

Im Hamburger Osten sind im Rahmen eines zunächst auf drei Jahre angelegten Versuchs 100 Busse im Liniendienst unterwegs, die mit Bücherregalen ausgestattet wurden. Gekennzeichnet sind die so ausgestatteten Busse mit dem folgenden Piktogramm:
Einfachentspannend_Buchpiktogramm

Das Ganze ist natürlich keine Fahrbibliothek, sondern vielmehr eine rollende Buchtauschbörse. Trotzdem erwähnenswert 😉

Nähere Informationen:
bahninfo.de
vhhpvg.de
sowie bei facebook.

Müssen Bücherbusfahrer die Schulbank drücken?

Das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz schreibt vor, dass alle Berufskraftfahrer aus EU-Ländern bis September 2014 eine einwöchige Weiterbildung besuchen müssen, die alle 5 Jahre erneut absolviert werden muss.
Wer sich darüber näher informieren möchte, dem seien folgende Links auf das Webangebot vom TÜV Rheinland empfohlen:

Berufsqualifikationsgesetz
Weiterbildung

Weiterbildungsangebote gibt es inzwischen breit gestreut, so dass jede Fahrbibliothek ihre(n) Fahrer rechtzeitig schulen lassen kann.
Dass dort auf spezifische Probleme des Bücherbusfahrens ( aus den Regalen fallende Bücher, zugeparkte Haltestellen etc.) eingegangen wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich … 😉

Mit der Queen im Bücherbus

Unter diesem Titel ist bei Welt-Online eine nette Kurzgeschichte von Alan Bennett zu finden, in der die englische Königin dank eines Bücherbusses das Interesse am Lesen wiederfindet. Schön, wenn das nicht nur bei Königinnen funktionieren würde … 😉
Mehr von der Queen findet sich in dem Roman „Die souveräne Leserin“ von Alan Bennett.

Israel Armstrongs zweiter Streich

Im September erscheint bei Piper der zweite Fast-Krimi mit dem Busbibliothekar Israel Armstrong.
Pflichtanschaffung für Fahrbibliotheken, selbst wenn man (wie ich) den ersten Band etwas albern fand.

Ian Sansom - So schnell wackelt kein Schaf mit dem Schwanz Ian Sansom
So schnell wackelt kein Schaf mit dem Schwanz

Ein Roman aus der irischen Provinz
Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence 288 Seiten Klappenbroschur € 12,00 [D], € 12,40 [A], sFr 22,90 ISBN: 9783492271561

Ihr Bier ist eine bittere schwarze Brühe, und sie halten Cappuccino für einen Berg in Italien.Trotzdem hat der Londoner Bibliothekar Israel Armstrong die skurrilen Bewohner seiner neuen irischen Heimat Antrim lieb gewonnen, die er am Steuer eines Bücherbusses mit Lektüre versorgt. So bereitet er denn auch voller Enthusiasmus die begleitende Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen des Kaufhauses Dixon and Pickering’s vor. Ungeschickterweise befindet er sich auch vor Ort, als man feststellt, dass der Kaufhauseigner Mr. Dixon mitsamt 100 000 Pfund spurlos verschwunden ist. Armstrong gerät in Verdacht, an dem Coup beteiligt zu sein, und verliert seinen Job. Doch das kann er nicht auf sich sitzen lassen. Er kidnappt den Bücherbus und macht sich auf die Jagd nach dem wahren Täter, denn er hat eine unglaubliche Spur entdeckt.
(Verlagstext)

Was aus dem Bücherbus des Ilmkreises wurde…

Vom Bücherbus zum Racingmobil

ILMENAU. Der blaue Bücherbus rollt schon seit drei Jahren nicht mehr durch den südlichen Ilmkreis. Doch was passierte eigentlich mit dem 15 Jahre alten Volvo nach dem Aus für die beliebte Fahrbibliothek? Im Herbst 2004 platzte der Traum endgültig. Dabei kam mit Wolfgang Hovestädt sogar Hilfe aus Niedersachsen. Der Pensionär hatte einen Fernsehbeitrag über Ilmenaus rollende Bibliothek und ihr nahendes Ende gesehen. Und sich zum Aufbruch in den Thüringer Wald entschlossen. Vier Monate fuhr er von Dorf zu Dorf und wurde als Retter gefeiert. Doch dem anfänglichen Jubel folgte schnell die Ernüchterung. Versprochene finanzielle Mittel und vor allem die Leser blieben aus. Nur 300 Nutzerausweise konnte er verkaufen.

Das sah zu Beginn der Fahrbibliothek 1992 noch ganz anders aus. „Etwa 2000 Nutzer hatten wir die ersten Jahre“, erinnert sich Gabriele Kühn, die den Bus lenkte, als ihn noch Landkreis, Stadt und Kommunen finanzierten. Und auch als sich die Leserzahl um die 1400 einpegelte, rollte der Bücherbus weiter. „Das war eine schöne Arbeit, die ich sehr gern gemacht habe“, erinnert sich Kühn. „Ehrlich gesagt hab´ ich doch sehr an dem dicken Blauen gehangen.“ Doch dann zog sich der Landkreis aus den Kosten zurück und die Stadt konnte sich das mobile Lesevergnügen nicht mehr leisten. „Dabei hätte der Bus bestimmt noch zehn Jahre durchgehalten“, bedauert Kühn – heute Angestellte der Ilmenau-Information – das Aus noch heute.

Dass der blaue Volvo noch nicht zum alten Eisen gehört, davon war auch Otto Schwadtke überzeugt. Wenn er auch keine Bücher transportieren wollte. Doch der Reihe nach: Zunächst schien der blaue Brummer einer wenig rosigen Zukunft entgegenzurollen: Die Stadt verkaufte das Zwölf-Meter-Gefährt an das Ilmenauer Busunternehmen IOV, das es ursprünglich als Ersatzteillager verwenden wollte. „Da wir nicht viel damit anfangen konnten, ging der Bus im August 2005 an einen rumänischen Händler“, erinnert sich Geschäftsführer Matthias Höring. Doch auch im Dörfchen im Weimarer Land, in dem der Käufer seine Firma hat, stand der blaue Volvo nicht lange. Hier hieß es zwar erst, der Bus sei nach Belgien verkauft, doch nach einem Blick in die Unterlagen stand fest: Die Reise ging 2006 weiter nach Brandenburg in den Spreewald. „Natürlich erinnere ich mich an die Ilmenauer Fahrbibliothek“, weiß Otto Schwadtke, Autohändler aus Luckau, sofort Bescheid. Und schiebt nach: „Den erkennen Sie nicht wieder.“ In seinem Kfz-Betrieb wird der ehemalige Bücherbus nämlich seit zwei Jahren komplett umgebaut – zu einem Racingbus, der Ersatzteile auf die Rennstrecken der Welt bringen soll. „Er wird bei uns seine zweite Jugend erleben“, ist Schwadtke überzeugt. „Besonders die Front- und die Heckansicht haben sich gravierend verändert, er sieht jetzt insgesamt schnittiger aus“, beschreibt Schwadtke. Für die bissigere „Schnauze“ wurden Originalteile umgearbeitet und Spezialkunststoffe verwendet. Das Auffälligste ist natürlich die neue Lackierung, statt himmelblau glänzt der Umbau nun in weiß. LED-Leuchtkränze, Heckklappe mit Hydraulik, weiße Wabenfolie als Sichtschutz – der Fachmann kann die Aufzählung der technischen Finessen noch endlos fortsetzen. Auch innen hat sich einiges verändert: die Fahrerseite wurde beispielsweise mit einer Schrankwand ausgekleidet, in der zukünftig die Ersatzteile für die Formel 3 gelagert werden sollen, zudem gibt es Ledersitze und zwei Flachbildschirme. „Wir haben den Bus mit einer Satellitenanlage ausgestattet, damit wir das Renngeschehen auf der Strecke live mitverfolgen können“, erklärt Rennsportfan Schwadtke, „Ab nächstem Jahr soll er zum Einsatz kommen.“ Im Moment steht der Bus allerdings noch in der Werkstatt. „Ich denke, in drei bis vier Monaten wird er fertig sein“, so der Händler. Dort, wo sich früher Büchernarren trafen, werden demnächst Motorsportverrückte stehen, damit das Rennen weiter gehen kann.

„Mein Herz schlägt höher“, sagt Gabriele Kühn als sie vom neuen Leben „ihres Busses“ hört. Auch wenn sie sich ihn eher als Wohnmobil erträumte, freut sie sich, „dass jemand so viel Enthusiasmus in das Fahrzeug steckt.“

gefunden in der Thüringer Allgemeinen vom 22. Oktober 2007