Remscheid: Bücherbus ist wieder unterwegs

der Remscheider General-Anzeiger berichtet am 1.2.2006:

[…] „Das ist ein Tag der Freude für die Stadtbibliothek“, sagte deren Leiter Jürgen Brüninghaus, als gestern der wieder instand gesetzte städtische Bücherbus vorgestellt wurde. Doch dass die „Mobilothek“ mit Manfred Fenner und Frank Wichard an Bord ab heute wieder im Stadtgebiet unterwegs ist, dürfte ihre vielen kleinen und großen Nutzer nicht weniger freuen.

Möglich gemacht haben dies die beiden Remscheider Rotary-Clubs, die Jubiläumsstiftung der Stadtsparkasse Remscheid und die Remscheider Stadtwerke. Seit 1984 ist der mittlerweile dritte Bücherbus, ein Daimler Benz vom Baujahr 1980, in Remscheid unterwegs. Jede Woche steuert er insgesamt 28 Haltestellen an – von Bergisch Born bis Reinshagen, von Ehringhausen bis Klausen. 90 000 Kilometer ist er seitdem gefahren, insgesamt 700 000 Medien wurden in dieser Zeit an Kinder und Erwachsene ausgeliehen.

Doch nun war der Bus stark reparaturbedürftig. Der Tüv-Termin, der Ende vorigen Jahres anstand, „hing wie ein Damoklesschwert über uns“, sagte Brüninghaus. Durch das Engagement der Stadtwerke wurde der Kostenrahmen für die notwendigen Instandsetzungsarbeiten auf 20 000 Euro begrenzt. Das Geld wurde von den Rotariern im Rahmen ihrer jährlichen Förderung lokaler sozialer Projekte und der Jubiläumsstiftung aufgebracht. […] Der Rotary-Club Remscheid-Lennep und die Stadtsparkasse zogen mit. Und auch die Fraktionsvorsitzenden der fünf Parteien im Stadtrat und die Stadtverwaltung gaben ihre Zustimmung.

In der Werkstatt der Stadtwerke wurde der Bücherbus von Mechanikern, Elektrikern und Auszubildenden technisch wieder fit gemacht. „Wir sind froh und stolz, dass wir den Bus repariert haben. Wir haben Herz und Seele eingeschweißt“, sagte Peter Seitz. Die „Mobilothek“ ergänzt nicht nur die Stadtteil-Büchereien. „Sie fährt auch gezielt Grundschulen an, im Bus finden Schulstunden statt. Das hat uns von Rotary besonders interessiert“, sagte Krämer. Nicht nur die Ausleihzahlen seien empor geschnellt. Bei Kindern mit Migrationshintergrund werde zudem der Leseappetit geweckt, sie würden im Beherrschen der deutschen Sprache gefördert. „Seit PISA die Lesefähigkeit bemängelt hat, setzen wir uns auf verschiedenen Ebenen für die Leseförderung ein“, erklärte Jürgen Wulf, Präsident des Rotary-Clubs Remscheid-Lennep. „Der Bücherbus dient quasi als Türöffner für Schüler, die sonst vermutlich keinen Zugang zur Bibliothek finden würden.“

„Auch ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, wissen den Bus sehr zu schätzen“, ergänzte Oberbürgermeisterin Beate Wilding und dankte allen Beteiligten. Der Bücherbus sei eine Institution, gibt es ihn doch schon seit 1954. Damit er bis mindestens 2010 weiter rollt, haben die Rotary-Clubs für künftige Wartungsarbeiten zusätzliche 10 000 Euro und ein weiterer Sponsor 1000 Euro zur Verfügung gestellt.

Kreis Soest: Bücherbus fährt wieder – bis 2008

Die Pressestelle des Kreises Soest meldet am 20. Januar 2006:

Kreistag beschließt einstimmig Kompromiss – Bürgerbegehren als unzulässig erklärt

Der Kreis Soest wird den Bücherbus zunächst bis zum Jahr 2008 weiter betreiben. Diesen Beschluss hat der Kreistag während einer Sondersitzung am Donnerstag, 19. Januar, einstimmig gefasst.
Vorausgegangen waren umfangreiche interfraktionelle Verhandlungen. Der vom Kreistag abgesegnete Kompromiss sieht vor, eine Projektgruppe mit Vertretern der Verwaltung, der Politik und der IG Bücherbus zu bilden. Das Team soll ein Konzept für die Fahrbücherei erarbeiten, das beispielsweise den Tourenplan, die Bildung eines Förder- oder Trägervereins, die Einnahme von Gebühren und ein mögliches Sponsoring regelt.

Mit dem Beschluss wurde auch festgelegt, dass der Kreis Soest für die Jahre 2006, 2007 und 2008 jährlich 150.000 Euro für den Betrieb der Fahrbücherei zur Verfügung stellt. Einnahmen darüber hinaus sollen bei der Fahrbücherei verbleiben.

Bei einem technischen Versagen des Fahrzeugs soll keine Ersatzbeschaffung stattfinden. 2008 wird nach dem Willen des Kreistags eine Evaluation erfolgen. Dann soll auch eine Entscheidung über die weitere Zukunft der Fahrbücherei gefällt werden.

In einem zweiten Beschluss ist der Kreistag mehrheitlich einer Beanstandung des Kreistagsbeschlusses vom 15. Dezember 2005 durch den Landrat beigetreten, mit dem das Bürgerbegehren „Fahrbücherei“ für zulässig erklärt worden war. Damit bestätigte das Parlament die Rechtsauffassung, dass die Begründung des Bürgerbegehrens und der damit verbundene Kostendeckungsvorschlag für die Weiterführung der Fahrbücherei im bisherigen Umfang den gesetzlichen Anforderungen nicht genügten. Die CDU stimmte dafür, die BG und SO-Abgeordneter Raubaum dagegen. Weil SPD, FDP und Bündnisgrüne sich enthielten, machten sie letztlich den Weg frei für den zuvor verabschiedeten Kompromiss.

Köln: Der Bücherbus rollt wieder

Zumindest einer von zuletzt vier Bücherbussen der Stadtbibliothek Köln, die die Stadt seit Jahresende 2003 nicht mehr bezahlt, geht am 4. Juli zum ersten Mal wieder auf Fahrt. Ziemlich genau ein Jahr nach seiner Gründung hat der Förderverein der Bibliothek durch eine großzügige Spende des Bankhauses Sal. Oppenheim 70 000 Euro beisammen.

Wichtig war auch die Ausschüttung von 40 000 Euro aus den Bußgeldern des verurteilten Müllmultis Hellmut Trienekens, sonst wäre der Verein wohl noch nicht so weit. „Und wir können und wollen auch nicht endlos alleine Geld auftreiben“, sagt Vereinsvorsitzender Anton Bausinger. „Letztes Ziel ist, den Bücherbus wieder in städtische Hände zurückzuführen.“ Der Verein strebt eine Partnerschaft mit der Stadt an. Die Gesamtkosten von 70 000 Euro jährlich für Betrieb und Personal – der Verein hat eine eigene Bibliothekarin neu eingestellt – würden auf Dauer den Rahmen eines jeden Fördervereins sprengen. Bis Juli 2006 ist der Unterhalt „für einen den modernsten Bücherbusse Deutschlands“ (Neißer) gesichert. Um ihn darüber hinaus fahren zu lassen, sei der Verein jedoch weiter dringend auf Großspenden angewiesen. 50 Mitglieder – Einzelpersonen und Firmen wie der Verlag M. DuMont Schauberg – hat der Verein bislang. Der Bus verfügt auch über Werbeflächen.

Der Bus fährt – für zunächst ein Jahr – ab kommender Woche 15 Stationen wöchentlich an. Einige alte Stationen wie Ehrenfeld mussten jedoch wegfallen. Horst Neißer, Direktor der Stadtbibliothek: „Ein Bus kann nun mal nicht die Routen von vier Bussen abdecken.“ Die neue Streckenplanung berücksichtige jedoch alle Haltestellen mit der größten Nachfrage.
[zum Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger]

Köln: Bücherbus wieder auf Tour

Einen Tag weniger als ein Jahr seit seiner Gründung brauchte der Förderverein Stadtbibliothek Köln, um sein erstes Ziel zu erreichen. Dank seines Einsatzes rollt wieder ein Bücherbus durch Köln und bietet ab 4. Juli an 15 Standorten 4500 Medieneinheiten (Bücher, Videos, DVDs, CD-ROMs, Spiele) zum Ausleihen an. Zu 70 Prozent handele es sich dabei um Kinder- und Jugendliteratur, erklärte Bibliothekarin Alexandra Oidtmann.
[zum vollständigen Artikel der Kölnischen Rundschau]

Köln: Der Bücherbus rollt vorerst wieder

berichtet die TAZ Köln in der heutigen Ausgabe:
Der Kölner Bücherbus geht ab kommendem Montag wieder auf Ausleihfahrt. Für zunächst ein Jahr wird die mobile Bibliothek im wöchentlichen Rhythmus 15 verschiedene Ortsteile ansteuern. 2003 waren die damals fünf Büchereibusse den Sparmaßnahmen der schwarz-grünen Mehrheit im Rat zum Opfer gefallen.

„Wir sind stolz auf das Erreichte“, sagte Anton Bausinger vom Förderverein Stadtbibliothek e.V. Seit seiner Gründung 2004 hatte der Verein bei Kölner Bürgern und Unternehmen um Spenden geworben. Neben den freiwilligen Spenden stammt gut die Hälfte der benötigten 80.000 Euro aus dem Bußgeld des früheren Entsorgungsunternehmers Hellmut Trienekens, das an gemeinnützige Organisationen verteilt wurde.

Ein Dauerzustand sei die private Finanzierung indes nicht, erklärte Bausinger. Langfristig müsse die Verantwortung für die Bücherbusse wieder in städtische Hände zurück. Auch wenn sich die Stadt bislang angesichts leerer Kassen zurückgehalten habe, meint Bausinger eine „positive Grundbereitschaft“ ausgemacht zu haben.
[zum Artikel in der TAZ]

Uelzen: Gute Aussichten für den Weiterbestand des Bücherbusses duch den Rücktritt der Vereinsvorsitzenden

So titelt ein Beitrag auf der Internetseite der Uelzener Grünen. Ob eine Kreisfahrbücherei mit wenig Fachpersonal und ohne finanzielle Rücklagen auf Dauer sinnvoll erhalten werden kann, bleibt abzuwarten.
[zur Webseite]

Fahrbücherei Soltau: Totgesagte leben länger

Entspannte Gesichter bei Gästen und beim Geburtstagskind: Die Entscheidung der CDU-Kreistagsfraktion, den Bücherbus des Landkreises doch zu erhalten (WZ berichtete), prägte auch die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Fahrbücherei am Sonnabend im neuenkirchener Schroers Hof. Mit zahlreichen Besuchern stieß Fahrbuch-Leiterin Antje Engelmann angesichts dieser Nachricht gern – auf die nächsten drei Jahrzehnte der rollenden Bücherei? – an.

Neuenkirchen. Trotz eines bunten Geburtstagsprogramms mit Kinderlesung, Diashow „30 Jahre Fahrbücherei“, einer Gedankenreise zum Thema „Die Welt im Regal“, einer humorvollen Lesung mit Musik rund ums Buch und dem zehnjährigen Bestehen der Neuenkirchener Ortsbücherei, war doch der Beschluss der CDU-Kreistagsfraktion das Gesprächsthema Nummer eins im „Schroers Hof“. „Als wir die Einladung zu dieser Feier auf den Weg gebracht haben, hat es nicht nur Begeisterung gegeben“, so Landrat Hermann Söder in seinem Grußwort. Aber in diesem Falle habe sich glücklicherweise ein altes Sprichwort bewahrheitet: „Totgesagte leben länger.“

Söder befürchtete, dass die Menschen, die keine Bücherei vor Ort hätten, Hürden wie lange Autofahrten nicht auf sich nehmen würden, wenn die Fahrbücherei nicht mehr zu ihnen käme. Dabei sei Lesen Voraussetzung für unser Bildungssystem. „Und der Landkreis hat zudem die Verpflichtung, einen Ausgleich zu schaffen zwischen den zentralen Orten und denen in einer Randlage“, nannte er ein weiteres Argument für den Bücherbus.

Dieter Leinecker, Bürgermeister von Neuenkirchen, erinnerte daran, dass die Einrichtung nicht zum ersten Mal auf dem Prüfstand stehe und rief dazu auf, in Zukunft verstärkt ehrenamtliche Hilfe und Sponsoren einzufordern. Auch in seinen Augen stelle Lesekompetenz mehr denn je die Voraussetzung für Erfolg im Leben dar.

[zum Artikel der Walsroder Zeitung]

Soltau / Walsrode: Geburtstagsgeschenk für die Fahrbücherei

Walsrode. Die CDU-Kreistagsfraktion hat pünktlich zur Geburtstagsfeier der Kreisfahrbücherei am Freitag in Neuenkirchen ein ganz besonderes Geschenk parat. Die Unionsfraktion will beantragen, dass im Kreishaushalt 2006 für die Fahrbücherei 65.000 Euro zur Verfügung stehen.

Dieser aktuelle Beschluss steht im Widerspruch zur bisherigen Haltung der Kreistagsmehrheit. Die CDU hatte bei der Beratung des aktuellen Haushalts noch beschlossen, dass der Landkreis ab 2006 kein Geld mehr für die Fahrbücherei zur Verfügung stellt.

Unionssprecher Adolf Köthe hat das Umschwenken seiner Fraktion unter anderem damit begründet, dass sich die Finanzlage besser darstelle als bei der Haushaltsberatung im Dezember. Mit einem aktuellen Fehl von 12 Millionen Euro (im Dezember 19 Millionen) sei man auf einem guten Weg.

Unter Ausschöpfung aller Optimierungsmöglichkeiten wie Lesegebühr oder Reduzierung von Personal und Haltepunkte seien die Kosten der Fahrbücherei zu halbieren. Der Betrag von 65.000 Euro sei vertretbar.

Kreisfahrbücherei Soltau
[zum Artikel der Walsroder Nachrichten]