Bürgerentscheid für Bücherbus im Kreis Soest?

Die „Initiative Bücherbus“ ist zuversichtlich, wie der Westfälische Anzeiger heute berichtet: 10 000 Unterschriften für den Landrat liegen bereits vor.

Am Donnerstag um 10 Uhr will die Initiative, die sich für den Weiterbetrieb des Bücherbusses einsetzt, die gesammelten Unterstützungsunterschriften an den Landrat übergeben. Bis dahin wird noch weiter gesammelt.

Knapp 10 000 Unterschriften sind für den Erfolg des Bürgerbegehrens erforderlich. Die Zahl soll erreicht worden sein.

Die Kreisverwaltung wird überprüfen, ob alle Unterschriften korrekt sind. Sind genügend gültige Unterschriften zu Stande gekommen, muss sich der Kreistag erneut mit dem Thema „Bücherbus“ beschäftigen. Stimmt das Gremium dem Anliegen zu, wird der Bücherbus weiterhin durch den Kreis Soest fahren.

Bleibt der Kreistag bei seinem Beschluss, die Fahrbücherei aufzulösen, käme es zum Bürgerentscheid: Alle Bürger wären dann zur Teilnahme an der Abstimmung über den Bücherbus aufgerufen.

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Kayhuder Mütter kämpfen für den Bücherbus

Kayhude – Das letzte Kapitel der zwölf Jahre alten Bücherbus-Geschichte in Kayhude scheint angebrochen. Um Geld zu sparen, beschloss eine Mehrheit der Gemeindevertreter, den seit 1993 geltenden Vertrag mit der Norderstedter Fahrbücherei zu kündigen. Doch diese Entscheidung wollen andere Kayhuder nicht tatenlos hinnehmen.
„Das ohnehin schon kleine Kulturangebot in der Gemeinde darf nicht weiter eingeschränkt werden. Außerdem gibt es noch andere Gründe, den Bücherbus weiterhin ins Dorf kommen zu lassen“, erklärte Katja Brandau, die mit ihrer Mitstreiterin Birgitt Schröder im Ort mit seinen knapp über 1100 Einwohnern schon mehr als 200 Unterschriften gegen die Vertragskündigung gesammelt hat.
„Unser Gemeindehaushalt ist ausgeglichen, und wir haben noch etwas Geld in Reserve, trotzdem müssen wir sparen. Die Finanzsituation wird eher schlechter als besser“, erklärte Bürgermeister Bernhard Dwenger (CDU). Bei Pflichtausgaben wie der Amtsumlage kann die Gemeinde nichts kappen, wohl aber bei den freiwilligen Ausgaben. „Wir haben schon die Straßenreinigung eingeschränkt. Außerdem leuchten die Straßenlaternen nicht mehr die ganze Nacht hindurch“, erläuterte Bürgermeister Dwenger, dass auch anderweitig gespart werde. Vor dem Beschluss, den Bücherbus auszubremsen und damit pro Jahr 2500 Euro zu sparen, hätten sich die Kommunalpolitiker darüber informiert, wie oft der Literatur-Bringservice genutzt wird. Zwar sind 110 Kayhuder in der Bücherbus-Kartei registriert, doch in 2004 gab es nur 45 regelmäßige Leser.
[…] Seitdem sich die Vertragskündigung im Ort herumgesprochen hat, meldet sich niemand mehr neu an.
„Gerade für Kinder und ebenso für ältere Leser, die kein Auto besitzen, gibt es zum Bücherbus keine zumutbare Alternative“, erklärte Unterschriftensammlerin Katja Brandau, deren Kinder regelmäßig viel Lektüre und Hörspiele aus der mobilen Bibliothek nach Hause tragen. Das Angebot in der per Bus erreichbaren Naher Gemeindebücherei sei dagegen bei weitem nicht so vielfältig wie das der Norderstedter Fahrbücherei, der Weg zur Norderstedter Stadtbücherei mit einer großen Auswahl dagegen zu weit, meint die Bücherbus-Befürworterin.
Den Sparkurs der Gemeindevertretung halten die Protest-Organisatorinnen Katja Brandau und Birgitt Schröder für falsch, zumal vorab die Bücherbus-Nutzer nicht gefragt und etwaige andere Möglichkeiten der Finanzierung nicht diskutiert wurden. Bislang musste die Gemeinde nur einen Teil der Kosten tragen, 55 Prozent werden derzeit durch Zuschüsse von Kreis und des Land gedeckt.
Vorgestern Nachmittag herrschte großer Andrang am Bücherbus. Zahlreiche Sympathisanten der mobilen Leseförderung hatten sich dort getroffen, denn Katja Brandau und Birgitt Schröder übergaben die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Bernhard Dwenger.
[zum vollständigen Artikel der Segeberger Zeitung vom 6.9.2005]

Katrina und die Bibliotheken

Die ALA (American Library Association) dokumentiert auf ihrer Website, wie durch den Hurricane „Katrina“ Bibliotheken in Mitleidenschaft gezogen wurden. Noch sind auf Grund der chaotischen Lage im Katastrophengebiet erst wenige Informationen vorhanden, die jedoch kontimuierlich ergänzt werden sollen. Auch Bücherbusse sind betroffen, wie aus Tyler berichtet wird:

Tyler (Tex.) Morning Telegraph, August 31:

Tyler Public Library sent its bookmobile to the hurricane shelter Tuesday afternoon. It provided books, magazines, and other reading material to evacuees from Louisiana.
[zur Dokumentation der ALA]

Quickborn: Für den Bücherbus besteht noch Hoffnung

Quickborn. Der neue „Harry Potter“ oder „Sakrileg“ von Dan Brown – kein Problem. Wer ein Buch nur ausleihen möchte, statt es zu kaufen, kann außer der Quickborner Stadtbücherei auch den Service des Bücherbusses nutzen. Unter 4500 Exemplaren dürfen die Kunden auswählen. Jeweils am Donnerstag macht das Fahrzeug im Stadtteil Renzel und in zahlreichen Straßen im Ortsteil Heide Halt. Etwa 100 junge und alte „Leseratten“ stöbern an diesem Tag gern in der fahrbaren Bibliothek, die auch Kassetten, Zeitschriften, CDs, DVDs und Videos im Angebot hat. Wenn ein bestimmter Artikel fehlt, kann er bestellt werden. „Wir haben Zugriff auf 37 000 Bücher“, sagte Fachbücherei-Leiter Dieter Buchholz.

Doch mit dem Dienst am Bürger soll Ende des Jahres Schluss sein. Das hat die Politik im Juni beschlossen. Gegen die Stimmen der SPD. Hintergrund: Der Kreis Pinneberg will einen Zuschuss in Höhe von 13 000 Euro streichen. Damit würde die Stadt auf den Gesamtkosten, 26 000 Euro pro Jahr, sitzen bleiben. Sie kündigte deswegen zur Jahresmitte den Vertrag mit der Einrichtung.

Mittlerweile stoßen die Pläne auf heftige Kritik. „Wir sind enttäuscht“, sagt Helena Hofmann, die für viele Bürger spricht. „Der Bus ist ein Treffpunkt für Jung und Alt, auf den sich jeder freut.In einer Zeit, in der Computer und Fernsehen immer mehr in den Vordergrund rücken, sollte man alles tun, um die Liebe zu Büchern zu fördern. Nicht zuletzt deswegen, weil dort auch unterrichtsbegleitendes Material für Schulkinder ausgeliehen werden kann. Der Bus vor Ort ist eine Möglichkeit für sie, sich selbstständig und unkompliziert den Lesestoff ihrer Wahl auszuleihen“, argumentierte Hofmann. „Wir möchten für den Erhalt des Busses kämpfen“, sagte sie und lobte die Mitarbeiter der rollenden Bücherei für ihre Kompetenz.

Buchholz und der Träger, der Bücherverein Schleswig-Holstein, haben sich nun mit einem Konzept zur Rettung der Einrichtung an die Stadt gewandt. Danach soll der Bus weiterhin im Einsatz bleiben, aber in Quickborn-Heide weniger Haltestationen anfahren als zuvor und zeitlich kürzere Stopps einlegen. Kosteneinsparungen: 13 000 Euro. Für die Stadt würde nach diesem Modell finanziell alles beim Alten bleiben. Ende September wird die Quickborner Politik darüber entscheiden.

Bis dahin wollen die Bürger Druck machen. In dem Bus liegen Unterschriftenlisten aus. […]
[zum vollständigen Artikel im Wedel-Schulauer Tageblatt]

Wolfenbüttel: Zukunft der Kreisbücherei noch offen

Ziehen die Kreisbücherei und die Kreisbildstelle auch in den Kulturbahnhof? Mit dieser Frage beschäftigte sich auf seiner jüngsten Sitzung der Kreistags-Kulturausschuss. Die Entscheidung wurde nach kurzer Beratung auf den nicht öffentlich tagenden Kreisausschuss und den Kreistag am 10. Oktober vertagt.

Erste Kreisrätin Barbara Thiel hatte dem Ausschuss in einer Informationsvorlage den Sachstand erläutert. Dabei ging sie von mehreren denkbaren Alternativen aus:

Räumliche Zusammenführung beider Büchereien im Bahnhof, aber weiterhin eine getrennte Organisation;

räumliche und organisatorische Zusammenführung beider Büchereien im Bahnhof;

Zusammenlegung der Büchereien und der Kreisbildstelle im Bahnhof oder

keine Zusammenführung, Kreisbücherei und Kreisbildstelle bleiben im Bildungszentrum Harzstraße.

[…]

Sicher scheint derzeit eigentlich nur, dass die Kreisbücherei vom Landkreis auf eine Fahrbücherei beschränkt werden soll. Auch hierzu fehlt allerdings noch das politische Votum.
[zum vollständigen Artikel bei Newsclick.de]

Kayhuder kämpfen um Bücherbus

Finanznot: Gemeinde kündigt Vertrag mit Norderstedt. Katja Brandau und Birgitt Schröder haben schon etwa 200 Unterschriften gegen die Kündigung gesammelt.

Kayhude – Die Kayhuder Bürger wollen, daß der Bücherbus auch weiterhin in ihrer Gemeinde Halt macht. Der Gemeinderat hatte im Hinblick auf die mehr als angespannte Finanzsituation in Kayhude die Kündigung des Vertrages mit der Fahrbücherei Norderstedt beschlossen. Nur noch bis zum 31. Dezember soll der Bus die Gemeinde anfahren.

Die Mütter Katja Brandau und Birgitt Schröder aus Kayhude haben nun etwa 200 Unterschriften in der Gemeinde gegen die Kündigung gesammelt. „Das ohnehin kleine Angebot an gemeindeinternen Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten wird noch weiter eingeschränkt. Und das, obwohl der Bücherbus zu 55 Prozent durch Zuschüsse des Kreises und des Landes finanziert wird“, erläutern die beiden in einem Schreiben an Kayhudes Bürgermeister Bernhard Dwenger die Gründe für ihre Aktion.

2000 Euro muß die Gemeinde zusätzlich zur Förderung von Kreis und Land für den Bücherbus berappen. „Das ist eigentlich nicht viel Geld für das, was unser Bücherbus in der Gemeinde leistet“, sagt Dieter Buchholz (53), Leiter der Fahrbücherei. Zwar seien die Ausleihzahlen in Kayhude 2004 leicht rückläufig gewesen. Buchholz: „Doch wir haben immerhin 45 angemeldete Nutzer. Und wir wissen, daß die für etwa 120 Nutzer Medien ausleihen. Das ist dem Kayhuder Gemeinderat wohl zu wenig.“ Einen ähnlichen Betrag wie in den Bücherbus investiert die Gemeinde auch in die Ausstattung des Schulzentrums Nahe und die dortige Bücherei, sagt Buchholz. „Aber ich glaube kaum, daß unsere Kayhuder Nutzer nach Nahe fahren, um Bücher, Videos oder DVDs auszuleihen. Die fahren dann eher nach Norderstedt“, sagt Dieter Buchholz.

Katja Brandau und Birgitt Schröder fordern im Namen der anderen Bücherbusfreunde, daß der Gemeinderat seine Entscheidung revidieren soll. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wollen sie die Unterschriftensammlung am 5. September um 16 Uhr öffentlich an den Bürgermeister übergeben. Und zwar, wenn gleichzeitig der Bücherbus seinen Stopp am Gemeindezentrum macht.

Insgesamt 80 404 Ausleihen verzeichnete die Fahrbücherei Norderstedt 2004. Buchholz und sein Team haben dem Trend zu Cassetten, Hörbüchern und Filmen auf DVD Rechnung getragen: Momentan gehören 445 Videos, 139 DVDs und 264 Computer-CDs zum Bestand. Dennoch liege der Schwerpunkt nach wie vor bei den Büchern, die den Rest der insgesamt 17 173 Medien der Fahrbücherei ausmachen.

[zum Artikel vom 26. August 2005, erschienen im Hamburger Abendblatt]

Rhein-Sieg-Kreis: Der Büchereibus kommt zum Schrott

Und weiter geht das Bücherbus-Sterben,wie der Kölner Stadtanzeiger heute berichtet. Die Grundversorgung mit Literatur im ländlichen Raum wird als Aufgabe allmählich demontiert:

Lohmar. Die Verwaltung ließ nichts an Deutlichkeit vermissen: Wenn es die Stadt nicht aus eigener Kraft schafft, ihren defizitären Etat auszugleichen, droht der Zwangshaushalt durch die Aufsichtsbehörde Kreis. Will meinen: Dann wird alles gekappt, was nicht dringend erforderliche Pflichtaufgabe ist. „Damit endet dann jeder Gestaltungsspielraum für uns“, warb Beigeordneter Stefan Hanraths für Verständnis, dass die Stadt zum Jahreswechsel den Bücherbus aus dem Angebot streichen will.

In einer 18-seitigen Vorlage rechnet die Stadt die Kosten des Busses vor. Fürs Personal, die Bibliothekarinnen und den Fahrer, müssen 85 000 Euro jährlich hingeblättert werden; an Sprit, Wartung, Reparatur und Wartung fallen 21 500 Euro an, für die Ergänzung des Buchbestands 8000 Euro; die Garage schlägt mit 900 Euro zu Buche. Die kalkulatorischen Kosten für Abschreibungen und Verzinsungen summieren sich auf 33 600 Euro, an fixen Sach- und Personalkosten kommen noch mal 16 500 Euro dazu, was unterm Strich 165 500 Euro per anno ausmacht. Abzüglich der 4200 Euro Einnahmen bleiben 161 300 Euro an ungedeckten Kosten übrig, was bei 200 Nutzungstagen einem täglichen Zuschussbetrag von 807 Euro entspreche. Geld, das angesichts des Millionenlochs im Lohmarer Etat nicht mehr da ist.

Also soll der Betrieb des „Bübulo“, wie der Bücherbus Lohmar liebevoll genannt wird, zum 31. Dezember eingestellt werden. Zu diesem Stichtag verlässt eine Bibliothekarin die Bücherei, die Stelle darf nicht mit einer externen Kraft neu besetzt werden, ergo würden sich die beiden Halbtagskräfte aus dem Bücherbus die Stelle in der Wahlscheider Bücherei-Dependance teilen, erläuterte Hanraths.

Argumente, die eine Bürgerin aus Dahlhaus nicht gelten ließ. Wie denn nun die Schüler aus diesem Außenort nach Wahlscheid in die Bücherei kommen sollten, wollte sie wissen, warf der Verwaltung vor, die Dörfer an der Peripherie zu vernachlässigen, betonte, sie habe doch keine Lust, ein- bis zweimal wöchentlich ihr Kind zur Ausleihe zu karren. Ein Rentner bekräftigte sie in ihrem Vorstoß zum Erhalt des BüBulo. Da solle sich die Verwaltung mal gedanken machen, wie sie das finanziere. „Dafür ist sie ja da.“

Deren und der Politiker Vorschlag zur Güte: Bis zum 15. November haben die Bürger Zeit, Konzepte für einen ehrenamtlichen Betrieb des Bübulo auszuarbeiten. Wozu allerdings die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs zählen würde, denn der jetzige Bus ist 18 Jahre alt.

Der SPD ist diese Frist zu kurz, wie Fraktionsvorsitzende Gisela Becker im Kulturausschuss betonte. Büchereileiterin Elisabeth Krüschet verwies darauf, dass Zeitdruck wahrscheinlich bürgerschaftliches Engagement fördere, Ausschussvorsitzender Horst Becker äußerte darauf, dass ein entsprechender Versuch in Köln gescheitert sei.

Am Ende folgte der Ausschuss dem Verwaltungsvorschlag, den Betrieb des Bücherbusses zum Jahreswechsel einzustellen, dafür Ein-Euro-Kräfte als Bücher-Boten einzusetzen, auf Wunsch die Leihtitel per Nachnahme zu versenden, neben Lohmar und Wahlscheid die Katholische Bücherei in Birk mit jährlich 1000 Euro Zuschuss zur Pflege des Medienbestandes zu unterstützen – und natürlich die Variante Bücherbus in Bürgerregie auszuprobieren. Wofür es allerdings jährlich nicht mehr als 5000 Euro städtischen Zuschuss gäbe.
[zum Artikel]

Schluss für Bücherbus …

titelt der Soester Anzeiger v. 20.8.2005:

ENSE · Die Fahrbücherei des Kreises Soest hat den Ausleihbetrieb mit Beginn der Sommerferien 2005 eingestellt. Es werden aber noch einmal alle Haltestellen angefahren, um die bei den letzten Ausleihterminen vor den Sommerferien entliehenen Bücher wieder einzusammeln
[…]
Der Medienbestand der Fahrbücherei soll weiterhin der Bevölkerung und der Leseförderung an den Schulen dienen. Die Bücherbusmitarbeiter bitten deshalb alle Leser, die vorbereitenden Arbeiten durch eine zügige und umfassende Rückgabe der Bücher zu unterstützen.
[zum vollständigen Artikel]